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Chinesischer Smartphone-Hersteller

Xiaomi-Aktie notiert nach mauem Börsendebüt mehr als zehn Prozent im Plus

Das Plus überrascht nach dem verkorksten Börsendebüt von Xiaomi. Schon einen Tag nach dem Tief sieht es für den Smartphone-Hersteller ganz anders aus.

Handelsblatt.com vom 10.07.2018 10:10:39 Uhr

Es ist fast so, als habe die Aktie Anlauf genommen: Beim Börsendebüt am gestrigen Montag war Xiaomi noch deutlich hinter den Erwartungen von Analysten zurückgeblieben. Zum Handelsstart gab die Aktie um 2,9 Prozent nach, im Verlauf erreichte das Papier ein Tief von 16,50 Hongkong-Dollar nach einem Ausgabepreis von 17 Hongkong-Dollar. Analysten erwarteten zuvor Einnahmen in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar, am Ende erlöste Xiaomi mit 4,72 Milliarden US-Dollar nicht einmal die Hälfte des Betrags.

Einst wurde Xiaomis Börsengang als größter seit dem von Alibaba angepriesen, doch der Start stellte sich für das Unternehmen selbst, aber auch für Börsianer als Enttäuschung heraus. Nur einen Tag später zeigt sich an der Börse in Hong Kong nun ein ganz anderes Bild: Das Papier des Smartphone-Giganten stieg zwischenzeitlich um mehr als zehn Prozent. Die Aktie notierte bei 19,14 Hongkong-Dollar und damit deutlich über dem Ausgabepreis. 347 Millionen Aktie wechselten dabei den Besitzer.

Xiaomi, was auf Chinesisch Hirse bedeutet, wurde vor acht Jahren von Lei, einem studierten Computerwissenschaftler, in Peking gegründet. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 15.000 Mitarbeiter, ist in 74 Ländern vertreten und der viertgrößte Smartphone-Hersteller der Welt mit einem globalen Marktanteil von 8,4 Prozent.

Xiaomi lockt Kunden mit vergleichsweise günstigen Smartphones und setzt damit auch Samsung Electronics und Apple unter Druck. Besonders in Indien, dem zweitgrößten Smartphone-Markt der Welt, hat das Unternehmen einen Erfolg verbuchen können. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres überholte Xiaomi den dort bisherigen Marktführer Samsung und besetzt nun rund 31 Prozent des Smartphone-Marktes in Indien.

Aus Sicht von Analysten muss der Smartphone-Heller nun beweisen, dass er unabhängig von der Produktion billiger Mobiltelefone ist und sich zu einem weltweiten Internetgiganten entwickeln kann. Gute Voraussetzungen dazu hat Xiaomi: Im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern stellt das chinesische Unternehmen neben PCs, Laptops und Mobiltelefonen auch Haushaltswaren wie Kissen, Reiskocher und Luftfilter her.

Für Hans Tung, Geschäftsführer der chinesisch-amerikanischen Risikokapitalfirma GGV Capital, ist der Fokus vieler Investoren auf die Smartphone-Abteilung Xiaomis unverständlich. “Was viele nicht verstehen, ist die Tatsache, dass Xiaomi für die chinesische Mittelschicht zur besten Marke für smarte Haushaltsware geworden ist. Sie produzieren intelligente Geräte für einen erschwinglichen Preis.”

Wer einmal diese Geräte gekauft habe, werde der Marke auch künftig treu bleiben. Außerdem, so meint Tung, der schon früh in Xiaomi investierte, expandiere der Konzern derzeit vor allem in Süd- und Südostasien, wo mehr als zwei Milliarden schon gewonnene oder potentielle Kunden leben. Das sei eine gute Ausganglage, um “in den nächsten zehn Jahren weiterhin erfolgreich zu bleiben”.

Laut Prospektveröffentlichung hat Xiaomi vor, 40 Prozent der durch den Börsengang erzeugten Kapitaleinnahmen für die globale Expansion einzusetzen. Bis 2019 will Xiaomi weltweit 2000 Läden betreiben, von denen nur rund die Hälfte in China sind.

Mit Material von Bloomberg.

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