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Strafzölle

Wirtschaftsminister Altmaier hofft auf baldige Lösung im Handelsstreit zwischen den USA und China

Donald Trump schickt im Handelskonflikt Zeichen der Annäherung Richtung China. Wirtschaftsminister Altmaier und Unternehmer hoffen auf ein Ende des Streits.

Handelsblatt.com vom 02.11.2018 17:10:00 Uhr

Vertreter aus Wirtschaft und Politik hoffen auf eine baldige Einigung im zuletzt immer weiter eskalierenden Handelsstreit zwischen den USA und China. US-Präsident Donald Trump hat sich zuversichtlich geäußert, den Streit rasch beilegen zu können. Er glaube, dass es zu einem Abkommen der beiden weltgrößten Volkswirtschaften komme und dass dies ein “guter Deal” sein werde, sagte der Republikaner am Freitag vor Journalisten im Weißen Haus. Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow hatte sich zuvor pessimistischer geäußert. Er sei nicht so optimistisch wie noch vor kurzer Zeit, dass der Handelsstreit mit einem Deal beigelegt werden könne.

“Ich habe die Hoffnung, dass sich der Konflikt zwischen China und den USA lösen lässt”, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Freitag am Rande der Asien-Pazifik-Konferenz in Jakarta dem Handelsblatt. “Wenn er gelöst werden würde, wäre es eine enorme Erleichterung für alle.”

Um das Handelsdefizit mit China zu reduzieren, haben die USA bereits Zölle im Volumen von 250 Milliarden Dollar gegen die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt verhängt. China reagierte mit Strafzöllen auf US-Güter im Wert von 110 Milliarden Dollar. Infolge des Handelskonflikts hat die US-Wirtschaft im Sommer bereits einen Dämpfer erlitten, auch Chinas Wachstum verlangsamte sich leicht.

“Ich hoffe, dass sich der Konflikt so schnell wie möglich löst”, sagte auch Werner Steinmüller, im Vorstand der Deutschen Bank zuständig für das Asiengeschäft, dem Handelsblatt. “Er ist schlecht für die USA, für China und die Wirtschaft weltweit.”

Betroffen von dem Streit sind auch Schwellenländer wie Indonesien, das eine Lösung des Konflikts herbeisehnt. Südostasiens größte Volkswirtschaft erlebte in den vergangenen Monaten einen massiven Abfluss an ausländischem Kapital. Der Kurs der Landeswährung Rupiah ist derzeit so niedrig wie zuletzt während der Asienkrise Ende der 90er-Jahre. Auch die ausländischen Direktinvestitionen gingen zurück, was die Regierung mit den Unsicherheiten angesichts des Handelskonflikts erklärt.

Thomas Lembong, früher Handelsminister im Kabinett von Präsident Joko Widodo und heute Chef der indonesischen Investmentbehörde, zeigt sich optimistisch, dass eine Eskalation vermeidbar ist. “Ich glaube, dass es für China und die USA möglich ist, ihren Konflikt zu lösenx{c2}x{a7}, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt. “Das wird aber einiges an Kreativität und “Out of the Box”-Denken erfordern.”

Die Spannung zwischen den beiden Staaten werde nicht ewig andauern. “Die aufgeheizte Situation wird sich abkühlen”, prognostiziert Lembong.

Deutsche Industrie gibt sich optimistisch

Auch in der deutschen Industrie gibt es Optimismus. “Meine Hoffnung ist, dass es beim G-20-Treffen in Argentinien substanziellen Fortschritt geben wird”, sagt der für das Asiengeschäft verantwortliche BASF-Vorstand Sanjeev Gandhi. Der Chemiekonzern hatte erst im Juli einen massiven Ausbau des China-Geschäfts angekündigt und plant in der Provinz Guangdong seine bisher größte Auslandsinvestition in Eigenregie.

Investitionen von zehn Milliarden Euro sind für den Standort vorgesehen. Sollte es zu keiner Lösung im Handelsstreit kommen, könnten laut Gandhi seine Kunden wirtschaftliche Probleme bekommen. “Die Kosten drohen schnell zu steigen.”

Es sei zwar möglich, die Lieferketten an die neue Situation anzupassen, aber auch das verteuere das Geschäft. Chinas Nachbarn in Südostasien könnten besonders darunter leiden, sollte der Handelskonflikt nicht entschärft werden. “Ein wirtschaftlicher Einbruch in China würde die Region hart treffen”, sagte Roland Wein, Chef der deutsch-thailändische Handelskammer.

Er sieht auch die Gefahr, dass die Region mit chinesischen Produkten überschwemmt werden könnte, die China angesichts neuer Zölle in den USA nicht mehr loswerde.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China war am ersten Tag der großen Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft eines der dominierenden Themen. “Eine unsere schlimmsten Ängste ist real geworden”, sagte Hubert Lienhard, Chef des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft am Freitag. Bundeswirtschaftsminister Altmaier rief zu einer “globalen Allianz zugunsten des freien Handels” auf. “Wir müssen für den freien Handel werben”, forderte Eric Schweitzer, Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages.

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