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Elektroautobauer

Tesla-Probleme überschatten Börsengang von chinesischem Rivalen Nio

Teslas Produktionsschwierigkeiten hemmen Anleger auch beim Börsengang der Konkurrenz: Der chinesische Elektrobauer Nio wird bei seinem IPO deutlich geringer bewertet als erhofft.

Handelsblatt.com vom 12.09.2018 09:27:20 Uhr

Einen Marktwert von bis zu 20 Milliarden Dollar hatte sich der chinesische Elektroautobauer Nio erhofft, wie ein Insider berichtet – stattdessen sind es nur 6,4 Milliarden. Der Ausgabepreis der Nio-Aktien wurde vor dem Börsengang am Mittwoch mit 6,26 Dollar nur knapp über der Untergrenze der Spanne von 6,25 Dollar festgelegt, wie Reuters aus vier Quellen erfahren haben will. Zuvor hatte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur gesagt, der Ausgabepreis werde sogar nur bei 6,25 Dollar liegen. Nio geht ausgerechnet zu einem Zeitpunkt an die Börse, zu dem Aktienmärkte weltweit durch den schwelenden Handelsstreit zwischen den USA und China belastet sind.

Vor allem aber wird der Börsengang des chinesischen Elektroautobauers von den Problemen des Hauptrivalen Tesla überschattet. Der Branchenpionier kämpft mit Schwierigkeiten, seine Produktionsziele zu erreichen. Für Druck auf den Aktienkurs des Unternehmens sorgte zuletzt auch, dass Konzernchef Elon Musk zunächst über einen Rückzug von der Börse nachdachte, das Vorhaben dann aber aufgab. Diese Probleme wecken bei potentiellen Investoren wohl Zweifel daran, dass es schnell gelingen kann, einen Massenmarkt für Elektroautos zu entwickeln.

Nio hat während des IPOs Aktien im Wert von einer Milliarden Dollar verkauft und ist somit immerhin das drittgrößte in den USA notierte chinesische Unternehmen in diesem Jahr. Am Börsengang von Nio waren unter anderem die Bank of America, die Credit Suisse, die Citigroup, die Deutsche Bank und die UBS beteiligt.

Die 2014 von dem chinesischen Unternehmer William Li gegründete Firma hat ein Konkurrenzfahrzeug zu Teslas Model X im Programm. Hinter dem Start-up-Unternehmen stehen der chinesische Internetkonzern Tencent, die Investmentfirmen Hillhouse Capital und Sequoia Capital sowie ein Beteiligungsfonds des chinesischen Suchmaschinenbetreibers Baidu.

Ziel chinesischer Elektroautobauer ist auch, autonomes Fahren und Batterie-Technologien voranzutreiben. Das hat das Land nötig, denn es muss dringend die Smog-Belastung in den großen Städten reduzieren. Außerdem will die Regierung in Peking für Energiesicherheit sorgen und High-Tech-Industrien fördern.

Nio will die Einnahmen aus dem IPO für Forschung und Entwicklung von Produkten und Technologie nutzen, ebenso wie für Marketing und die Entwicklung von Betriebsstätten. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres verlor Nio 502,6 Millionen Dollar von den vorherigen 6,95 Milliarden Dollar an Erträgen.

Im Juni begann die Firma, ihren rein elektrischen SUV ES8 mit sieben Sitzen an Kunden zu liefern, den sie als Rivalen für den Tesla Model X betrachtet. Im Börsenprospekt heißt es, Nio habe Ende August etwa 1.600 Stück des ES8 geliefert. Außerdem stünden 15.778 Reservierungen für das Fahrzeug aus. Geplant ist zum Ende dieses Jahres auch ein zweiter, günstigerer SUV namens ES6.

Auch andere Startups, die Elektroautos bauen wollen, haben bereits Milliarden von Dollar von schwergewichtigen Investoren wie Alibaba, Baidu und Tencent eingesammelt. So zum Beispiel WM Motor Technology und Xpeng Motors.

Mit Material von Reuters.

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